Blåvand: Leuchtturm, Tirpitz-Museum und Dänemarks westlichster Strand

Blåvand ist Dänemarks westlichster Punkt — und für viele deutsche Nordsee-Urlauber der Inbegriff des Ferienhausurlaubs. Hinter den Dünen stehen tausende Ferienhäuser, davor liegt ein Strand, der bei Ebbe so breit wird, dass man das Meer erst suchen muss. Dazu kommen ein besteigbarer Leuchtturm, ein Museum von Weltklasse unter dem Sand und Bunker mit Maultierköpfen. Was du für den Blåvand-Urlaub wissen musst, steht hier.

Blåvandshuk Fyr, der Leuchtturm von Blåvand, zwischen Dünen mit Strandhafer
Blåvandshuk Fyr in den Dünen — Foto: Taxiarchos228, Lizenz FAL, via Wikimedia Commons

Blåvandshuk Fyr — der Leuchtturm am westlichsten Punkt

Der weiße Leuchtturm von 1900 markiert den westlichsten Punkt des dänischen Festlands. Der Aufstieg kostet ein kleines Eintrittsgeld und lohnt sich: Von oben blickt man über die Dünenlandschaft, die Ferienhausdächer und bei klarer Sicht weit hinaus auf die Nordsee mit dem Riff Horns Rev, dem heute ein Offshore-Windpark vorgelagert ist. Unten am Huk treffen sich zwei Strömungen — deshalb ist das Baden direkt an der Spitze tabu, ein paar hundert Meter weiter aber kein Problem.

Der Strand: breit, sauber und mit Maultieren

Blåvands Strand gehört zu den besten Badestränden der dänischen Nordseeküste — heller Sand, flach abfallend, dahinter hohe Dünen. Am Hvidbjerg Strand weht regelmäßig die Blaue Flagge. Bekanntestes Fotomotiv sind die halb im Sand versunkenen Weltkriegsbunker, denen ein Künstler Maultierköpfe und Schwänze verpasst hat — aus Kriegsbeton wurde eine skurrile Herde am Spülsaum. Und wer gern Muscheln sammelt: Nach Weststurm liegt hier mehr am Strand als fast überall sonst in Dänemark.

Tirpitz — das Museum unter der Düne

Das Tirpitz ist der Grund, warum inzwischen auch Architektur-Fans nach Blåvand fahren. Das Büro BIG hat die Ausstellungsräume unsichtbar in die Düne neben einem gewaltigen, nie fertiggestellten Atlantikwall-Bunker geschnitten — von außen sieht man fast nichts, innen öffnen sich lichtdurchflutete Galerien. Gezeigt werden die Geschichte der Westküste, der Bunker selbst und eine der besten Bernstein-Sammlungen des Landes. Der Eintritt kostet 145 DKK, unter 18 ist frei; für den Besuch solltest du gut zwei Stunden einplanen. An Regentagen entsprechend voll — dann früh kommen.

Ho und Skallingen — die stille Seite

Nördlich von Blåvand wird es schnell leer: Das Dorf Ho und die unbebaute Halbinsel Skallingen gehören zum Nationalpark Wattenmeer. Auf Skallingen führen Wander- und Reitwege durch Salzwiesen und Dünen, mit etwas Glück liegen Seehunde auf den Bänken in der Ho Bugt. Wer den Trubel der Ferienhausgebiete einen Nachmittag lang hinter sich lassen will, findet hier die wilde Variante der Nordsee.

Mit Kindern in Blåvand

Der flache Strand ist die Hauptattraktion für Familien, dazu kommt der kleine Blåvand Zoo mit Streichelgehege. Bei Schlechtwetter ist das Tirpitz auch für Kinder gut gemacht — Audioguide als Erzählstimme, keine Vitrinen-Wüste. Und wer einen Tagesausflug plant: LEGOLAND in Billund liegt gut eine Autostunde entfernt, ebenso das Wattenmeerzentrum bei Ribe.

Ferienhaus in Blåvand

Blåvand ist Ferienhausland — Hotels spielen kaum eine Rolle. Der lokale Spezialist Esmark hat hier seinen Stammsitz, daneben listen NOVASOL, DanCenter und Sol og Strand hunderte Häuser zwischen Blåvand, Ho und Vejers. Poolhäuser sind in der Gegend besonders verbreitet. Welcher Vermittler zu wem passt, steht im Ferienhaus-Anbieter-Vergleich; einen Überblick über die Region gibt der Guide Ferienhäuser an der Nordsee. Für die Sommerferien gilt: früh buchen, die strandnahen Häuser sind oft ein Jahr vorher weg.

Unterkünfte in Blåvand auf der Karte

Häufige Fragen zu Blåvand

Wie weit ist Blåvand von der deutschen Grenze entfernt?

Von Flensburg/Kruså sind es rund 150 Kilometer, gut zwei Stunden über die A7/E45 und quer durch Südjütland. Von Hamburg aus rechnet man mit etwa dreieinhalb bis vier Stunden.

Was kostet das Tirpitz-Museum?

145 DKK für Erwachsene, Kinder und Jugendliche unter 18 sind frei. Das Ticket gilt für alle Ausstellungen inklusive Bunker und Bernstein-Sammlung.

Kann man den Leuchtturm besteigen?

Ja, Blåvandshuk Fyr ist gegen ein kleines Eintrittsgeld täglich zugänglich. Der Blick reicht bei klarem Wetter über die gesamte Huk-Spitze und den Offshore-Windpark am Horizont.

Wann ist die beste Reisezeit?

Juli und August für klassischen Strandurlaub — dann ist Blåvand allerdings auch am vollsten. Mai, Juni und September sind deutlich ruhiger und günstiger, und für Strandspaziergänge, Tirpitz und Bernsteinsuche taugt sogar der Winter: Nach Herbststürmen ist die Chance auf Funde am größten.

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