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Mols Bjerge liegt auf der Halbinsel Djursland, östlich von Aarhus. Der Name täuscht — es sind keine Berge. Es sind eiszeitliche Hügel, die höchsten knapp 137 Meter. Aber in einem Land, das ansonsten flach wie ein Pfannkuchen ist, fühlen sie sich an wie Berge. Die Landschaft aus Kuppen, Heide, Wiesen und verstreuten Bauernhöfen hat einen Rhythmus, den man anderswo in Dänemark kaum findet.
Was den Park besonders macht
Mols Bjerge wurde 2009 zum Nationalpark erklärt — 180 Quadratkilometer zwischen Ebeltoft und Kalø. Die Landschaft ist eiszeitlich geformt: Moränen, Schmelzwasserrinnen, Toteislöcher. Das klingt trocken, sieht aber spektakulär aus — grüne Hügel, die übergangslos in violette Heide übergehen, dazwischen Steinmauern, Schafe und knorrige Eichen. Im August blüht die Heide, im Herbst färben sich die Wälder.
Die Highlights
Agri Bavnehøj
Der höchste Punkt des Parks: 137 Meter. Ein Hügel mit einem Aussichtsturm. Bei klarem Wetter sieht man Aarhus, den Kattegat und die Inseln im Süden. Der Aufstieg dauert 15 Minuten vom Parkplatz. Oben steht man im Wind und hat 360 Grad Sicht über die Hügellandschaft. Kein Café, kein Shop — nur Aussicht.
Kalø Slotsruin
Am nördlichen Rand des Parks ragt die Ruine der Burg Kalø auf einer Halbinsel in den Kalø Vig. Die Burg wurde im 14. Jahrhundert gebaut, um aufständische Bauern zu kontrollieren. Man erreicht sie über einen Damm, der bei Flut teilweise unter Wasser steht. Die Ruine selbst ist frei zugänglich — Mauern zum Klettern (auf eigene Gefahr), Ausblick über den Fjord. Muscheln liegen am Ufer.
Trehøje — Die drei Hügel
Drei bronzezeitliche Grabhügel auf einer Kuppe mit Rundumblick. Der Wanderweg von Trehøje durch die Heidelandschaft ist einer der schönsten im Park — 8 Kilometer, hügelig, durch Heide und Wacholder. Im August violett, im Herbst golden. Man begegnet Schafen und gelegentlich Rehen.
Hestehave Skov
Ein alter Buchenwald an der Küste bei Kalø. Die Bäume stehen so dicht, dass kaum Licht durchkommt. Im Frühling bedecken Buschwindröschen den Waldboden weiß. Am Rand liegt ein Strand mit Blick auf den Kalø Vig. Der Wald ist klein genug für einen Nachmittagsspaziergang und groß genug, um sich darin zu verlieren.
Øvre Strandkær
Ein renaturiertes Feuchtgebiet im Herzen des Parks. Hier brüten Kiebitze, Rotschenkel und Bekassinen. Eine Beobachtungsplattform steht am Rand. In der Dämmerung hört man den Ruf der Rohrdommel — ein tiefes, dumpfes Brummen, das man eher fühlt als hört.
Wandern
Mols Bjerge hat über 60 Kilometer markierte Wanderwege. Die Besonderheit: Es ist hügelig. Für dänische Verhältnisse sogar steil.
- Trehøje-Runde: 8 km durch Heide und Hügel. Mittelschwer. 2,5 Stunden.
- Kalø-Runde: 6 km von der Slotsruin durch Hestehave Skov. Leicht. 1,5 Stunden.
- Agri-Rundweg: 10 km vom höchsten Punkt durch Wiesen und Wald. 3 Stunden.
- Mols Bjerge Stien (Fernwanderweg): 40 km quer durch den Park. 2-3 Tage mit Shelter-Übernachtung.
Radfahren
Der nationale Radweg 5 führt durch den Park. Die Strecke ist hügelig — anders als der Rest Dänemarks. MTB-Trails gibt es in der Klitplantage bei Fuglsø. Fahrräder kann man in Ebeltoft leihen.
Übernachten
- Shelter: Mehrere kostenlose Shelter-Plätze im Park. Reservierung nicht möglich — wer zuerst kommt.
- Ferienhäuser: In Ebeltoft, Femmøller und Fuglsø. Direkt am oder im Park.
- Molslaboratoriet: Ehemaliges Forschungslabor, heute Hostel und Veranstaltungsort mitten im Park.
Praktische Infos
Anfahrt: Ab Aarhus 45 Minuten mit dem Auto. Bus 123 ab Aarhus nach Ebeltoft fährt am Parkrand entlang.
Eintritt: Kostenlos. Frei zugänglich, rund um die Uhr.
Beste Zeit: Mai bis Oktober. August für die Heideblüte. Herbst für Laubfärbung. Winter für Einsamkeit.
Nationalparkhaus: Øvre Strandkær. Ausstellung, Karten, Informationen. Im Sommer geöffnet.
Häufige Fragen
Ja. Die Kalø-Runde ist flach genug für Kinder ab 4. Die Burgruine ist ein Abenteuerspielplatz. Ältere Kinder schaffen die Trehøje-Wanderung. Kinderwagen funktioniert nur auf den Hauptwegen — die Heidepfade sind zu schmal und hügelig.
Unbedingt. Kalø Slotsruin und eine kurze Wanderung passen gut in einen halben Tag. Wer den ganzen Tag hat, kombiniert mit Ebeltoft oder dem Agri Bavnehøj.
Für deutsche Verhältnisse nicht. Die höchste Erhebung hat 137 Meter, die Anstiege sind kurz. Aber für Dänemark ist es ungewöhnlich hügelig — man merkt es in den Beinen, wenn man den ganzen Tag wandert.
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