Kopenhagen: Nyhavn, Tivoli & das beste Smørrebrød — Dein Städteguide

Kopenhagen ist eine Stadt, die sich nicht hinter ihrer Postkartenversion versteckt. Ja, die Kleine Meerjungfrau sitzt am Hafen und Nyhavn leuchtet in Bonbonfarben. Aber wer nur das sieht, verpasst das eigentliche Kopenhagen: eine Stadt, in der Wikinger-Geschichte auf Sterneküche trifft, in der man mit dem Fahrrad schneller ist als mit dem Auto und in der selbst die Müllverbrennungsanlage eine Skipiste auf dem Dach hat. Hier unser Guide für alle, die mehr wollen als den Reiseführer-Klassiker.

Top 10 Sehenswürdigkeiten in Kopenhagen

Von Tivoli bis Christiania, von königlichen Schlössern bis zu den besten Zimtschnecken der Stadt — diese zehn Orte machen Kopenhagen aus.

1. Nyhavn — Mehr als bunte Häuser

Nyhavn ist das Postkartenmotiv Kopenhagens — und trotzdem lohnt sich der Besuch. Die bunten Giebelhäuser am Kanal stammen aus dem 17. Jahrhundert, Hans Christian Andersen wohnte in Nr. 20, 67 und 18. Auf der Sonnenseite (der mit den geraden Hausnummern) sitzen Einheimische und Touristen vor den Restaurants. Auf der anderen Seite ist es ruhiger. Am Ende des Kanals ankern historische Holzschiffe.

Tipp: Ein Bier aus dem Supermarkt mitnehmen und sich auf die Kaimauer setzen — so machen es die Kopenhagener.

2. Tivoli — Der älteste Vergnügungspark der Welt

Seit 1843 dreht sich in Tivoli alles um die Mischung aus Nostalgie und Nervenkitzel. Achterbahnen neben Blumenbeeten, ein chinesisches Pagoden-Theater neben der modernsten Achterbahn Skandinaviens. Abends verwandelt sich der Park in ein Lichtermeer. Freitagabends im Sommer spielen internationale Acts auf der Freilichtbühne. Walt Disney hat sich hier inspirieren lassen — und man versteht warum.

Tipp: Ab 17 Uhr ist der Eintritt günstiger. Die beste Zeit für Tivoli: Sommerabende und die Weihnachtssaison (Mitte November bis Silvester).

3. Schloss Christiansborg — Drei Gewalten unter einem Dach

Christiansborg auf der Insel Slotsholmen ist weltweit das einzige Gebäude, in dem Parlament, Oberster Gerichtshof und Königliche Repräsentationsräume unter einem Dach sitzen. Die Königlichen Empfangsräume mit den riesigen Wandteppichen von Bjørn Nørgaard sind beeindruckend. Der Turm — mit 106 Metern der höchste Punkt Kopenhagens — ist kostenlos zugänglich und bietet den besten Rundumblick über die Stadt.

Tipp: Der Turm ist frei, keine Reservierung nötig, einfach hingehen. Gutes Café oben mit Ausblick.

4. Strøget & Lateinisches Viertel

Strøget ist eine der längsten Fußgängerzonen Europas — 1,1 Kilometer vom Rathaus bis zum Kongens Nytorv. Hier reihen sich dänische Designläden an internationale Marken. Interessanter wird es in den Seitengassen: Das Lateinische Viertel rund um die Universität hat Antiquariate, Vinylplattenläden und winzige Cafés. In der Fiolstræde und Krystalgade findet man das studentische Kopenhagen.

Tipp: In der Fiolstræde liegt Paludan Bogcafé — Buchladen und Café in einem, perfekt für Regentage.

5. Christiania — Freistaat mitten in der Stadt

Die Freistadt Christiania auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne ist seit 1971 eine selbstverwaltete Gemeinschaft mit eigenen Regeln. Bunte Häuser, Gärten, Werkstätten, Konzertlokale und Kunstateliers bilden ein Dorf in der Großstadt. Die Architektur ist einzigartig — alles handgebaut, improvisiert, lebendig. Christiania ist umstritten, polarisiert, aber auf jeden Fall sehenswert.

Tipp: Keine Fotos auf der Pusher Street. Den Rest von Christiania kann man fotografieren. Die Mauer-Malereien am Eingang sind fantastisch.

6. Die Kleine Meerjungfrau & Langelinie

Seit 1913 sitzt die Kleine Meerjungfrau auf ihrem Felsen an der Langelinie-Promenade — kleiner als erwartet, aber trotzdem ein Muss. Die Bronzestatue nach dem Märchen von H.C. Andersen ist Kopenhagens bekanntestes Wahrzeichen. Die Langelinie-Promenade eignet sich für einen Spaziergang vom Kastellet bis zum Kreuzfahrtterminal.

Tipp: Früh morgens kommen, dann hat man die Meerjungfrau fast für sich allein. Oder den Besuch mit dem Kastellet verbinden.

7. Kastellet — Festung im Sternformat

Das Kastellet ist eine der besterhaltenen Sternfestungen Nordeuropas — und ein wunderschöner Park mitten in der Stadt. Die Wälle, Gräben und historischen Gebäude stammen aus dem 17. Jahrhundert. Hier joggen Kopenhagener morgens, flanieren mittags und genießen abends den Blick aufs Wasser. Die Windmühle auf dem Wall ist ein fotogenes Highlight.

Tipp: Das Kastellet ist der perfekte Startpunkt für einen Spaziergang zur Meerjungfrau und weiter zum Designmuseum.

8. Rundetårn — Das runde Wahrzeichen

Der Rundetårn von 1642 hat keine Treppen, sondern eine spiralförmige Rampe — Legende hat es, dass Zar Peter der Große sie zu Pferde hinaufritt. Oben wartet eine offene Aussichtsplattform mit 360-Grad-Blick über die Altstadt. Im Innern befindet sich ein Ausstellungsraum und das älteste funktionierende Observatorium Europas.

Tipp: Der Aufstieg dauert nur 5 Minuten, die Aussicht lohnt sich bei jedem Wetter.

9. Torvehallerne — Die Markthallen

Die zwei Glashallen am Israels Plads sind Kopenhagens kulinarischer Mittelpunkt. Über 60 Stände bieten alles von Smørrebrød bis Sushi, von dänischem Käse bis äthiopischem Kaffee. Hier frühstücken Kopenhagener am Wochenende, und Touristen finden den schnellsten Weg zur dänischen Küche. Die Fischtheke von Hallernes Smørrebrød ist legendär.

Tipp: Samstags ab 10 Uhr ist die beste Zeit. Die Grød-Porridge-Bar hat den besten Haferbrei der Stadt.

10. Schloss Rosenborg & Kongens Have

Das Renaissance-Schloss Rosenborg beherbergt die Kronjuwelen und 400 Jahre königliche Schätze. Der Rittersaal mit dem Krönungsthron, die Schatzkammer im Keller und die königlichen Gärten (Kongens Have) drumherum machen den Besuch komplett. Kongens Have ist der älteste und beliebteste Park Kopenhagens — im Sommer ein einziges Picknick.

Tipp: Kongens Have ist kostenlos und täglich geöffnet. Perfekt für eine Pause zwischen den Museen.

Interaktive Karte: Sehenswürdigkeiten in Kopenhagen


Essen & Trinken in Kopenhagen

Kopenhagen ist eine der besten Food-Städte Europas — und das nicht nur wegen Noma. Die Torvehallerne sind der beste Einstieg in die dänische Küche: Smørrebrød, Fisch, Käse, alles auf kleinem Raum. Für klassisches Smørrebrød geht man zu Schønnemann in der Store Kongensgade — seit 1877 Kopenhagens beste Adresse für die belegten Brote. Papirøen (Reffen) auf der Insel Refshaleøen ist Kopenhagens Street-Food-Markt am Wasser — Stände aus aller Welt, dazu Hafen-Panorama. Für die beste Zimtschnecke (kanelsnegl) gibt es zwei Lager: Lagkagehuset oder Sankt Peders Bageri — am besten selbst testen. Abends lohnt sich das Lateinische Viertel für entspannte Bars und das Kødbyen (Fleischpackerviertel) in Vesterbro für die kreativere Szene.

Unterkünfte in Kopenhagen

Kopenhagen hat für jedes Budget etwas — vom Design-Hotel am Hafen bis zum gemütlichen Boutique-Haus an den Seen. Hier eine Auswahl bewährter Unterkünfte:

  • Hotel Sanders — Boutique-Hotel direkt am Nyhavn. Ehemalige Stadtvilla, elegant eingerichtet, Dachterrasse mit Wintergarten. Ab ca. 250 €/Nacht.
  • Hotel Kong Arthur — Am Peblinge Sø, ruhig und trotzdem zentral. Seit 1882, modernes Spa, kostenlose Happy Hour in der Lobby. Bewertung: 8,9/10. Ab ca. 140 €/Nacht.
  • 25hours Hotel Paper Island — Design-Hotel auf Christiansholm, direkt am Hafen. Skandinavisches Design, Rooftop-Bar, Fahrradverleih. Ab ca. 150 €/Nacht.
  • Generator Copenhagen — Modernes Hostel im Stadtzentrum. Privatzimmer und Schlafsäle, Bar, Gemeinschaftsküche. Für Budget-Reisende ab ca. 35 €/Nacht.

Praktische Tipps für Ihren Kopenhagen-Besuch

Anreise: Kopenhagen hat einen internationalen Flughafen (Kastrup, CPH) mit Metro-Anbindung ins Zentrum (15 Min.). Aus Deutschland mit dem Zug über Hamburg (4,5 Std. mit ICE/EC). Mit dem Auto über die Storebælt-Brücke oder die Fähre Puttgarden–Rødby. Aus Schweden über die Øresundbrücke.

Fortbewegung: Kopenhagen ist eine Fahrradstadt. Räder leihen über Bycyklen (E-Bikes mit GPS) oder Donkey Republic (App). Die Metro fährt 24/7 und verbindet Flughafen, Zentrum und die neuen Stadtteile. Bus, S-Tog und Metro nutzen das gleiche Ticketsystem (Rejsekort oder DOT-App). Zu Fuß ist man in der Innenstadt am schnellsten.

Beste Reisezeit: Mai bis September für Draußen-Kopenhagen: Kanäle, Parks, Rooftop-Bars. Dezember für Weihnachtsstimmung und Tivoli im Lichterglanz. Die Stadt funktioniert das ganze Jahr — es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Jacke.

Aufenthaltsdauer: Mindestens 3 Tage, besser 4–5. Tag 1: Nyhavn, Strøget, Rundetårn, Torvehallerne. Tag 2: Christiansborg, Christiania, Langelinie. Tag 3: Rosenborg, Museen, Vesterbro am Abend. Zusatztage für Louisiana Museum, Dragør oder einen Ausflug nach Malmö über den Øresund.

Geld sparen: Die Copenhagen Card lohnt sich ab 3 Tagen (Museen, ÖPNV, Hafenrundfahrt inklusive). Viele Highlights sind kostenlos: Christiansborg-Turm, Kastellet, Kongens Have, Christiania, Nyhavn-Bummel. Wasser ist überall trinkbar — Flasche auffüllen statt kaufen.

Mit Kindern: Tivoli ist das offensichtliche Highlight, aber der Experimentarium in Hellerup, der Zoo (einer der ältesten Europas), die Blaue Planet (Aquarium) und die Kanalrundfahrt begeistern Kinder genauso. Die Superkilen in Nørrebro hat den buntesten Spielplatz der Stadt.

Häufige Fragen zu Kopenhagen

Wie viele Tage braucht man für Kopenhagen?

Mindestens 3 volle Tage, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen und die Atmosphäre der Viertel aufzusaugen. 4–5 Tage sind ideal, wenn Sie auch Museen wie Louisiana (modernes Kunstmuseum in Humlebæk) oder Ausflüge nach Dragør oder Malmö einplanen möchten. Selbst eine Woche wird in Kopenhagen nicht langweilig.

Lohnt sich die Copenhagen Card?

Ab 3 Tagen lohnt sie sich, wenn Sie Museen und ÖPNV intensiv nutzen. Die Karte deckt über 80 Attraktionen ab (Tivoli, Rosenborg, Nationalmuseum, Hafenrundfahrt) plus freie Fahrt in Bus, Metro und S-Tog. Für einen Kurzbesuch mit wenigen Museen reicht die DOT-App für einzelne Fahrten.

Ist Kopenhagen wirklich so teuer?

Kopenhagen ist nicht billig, aber es gibt viele Wege zu sparen. Viele Top-Sehenswürdigkeiten sind kostenlos (Christiansborg-Turm, Kastellet, Parks). Street Food in Reffen oder Torvehallerne ist günstiger als Restaurants. Supermärkte wie Netto oder Føtex bieten gutes Essen für unterwegs. Wasser aus dem Hahn ist hervorragend und kostenlos.

Wie kommt man vom Flughafen ins Zentrum?

Die Metro M2 fährt direkt vom Flughafen Kastrup ins Zentrum (Kongens Nytorv/Nørreport) in ca. 15 Minuten. Fährt 24/7, alle paar Minuten. Ein Taxi kostet 250–350 DKK (ca. 35–50 Euro). Der Zug (DSB) fährt zum Hauptbahnhof (København H) in 13 Minuten.

Braucht man ein Fahrrad in Kopenhagen?

Nicht zwingend, aber es ist die beste Art, die Stadt zu erleben. Kopenhagen hat ein hervorragendes Radwegenetz, und viele Kopenhagener fahren überall mit dem Rad. Bycyklen bietet E-Bikes mit Tablet-Navigation. Donkey Republic (App) ist günstiger für normale Räder. Die meisten Hotels verleihen ebenfalls Fahrräder.

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